gregorcuerten.com

LAND(SCHAFFT)KUNST V — ein Dorf wird zur Galerie


Ausstellung: 13./14.06. | 20./21.06. | 27./28.6.2015
jeweils Samstag und Sonntag von 13.00 bis 19.00 Uhr

LAND(SCHAFFT)KUNST V in Neuwerder (Gollenberg)
Atelierhaus Neuwerder, Kastanienweg 8, 14728 Neuwerder

Vom 13. bis 28. Juni 2015 wird die Ausstellungsbiennale LAND(SCHAFFT)KUNST zum fünften Mal im kleinen westhavelländischen Kolonistendorf Neuwerder der Gemeinde Gollenberg stattfinden.

» Anna Arnskötter Skulptur | Ernst Baumeister Skulptur | Christa Biederbick Plastik | Gregor Cürten Malerei | Heinz Bert Dreckmann Objekte | Sabine Fassl Skulptur | Nane Friedel Fotografie | Lutz Friedel Skulptur | Rüdiger Giebler Malerei | Marlen Glüher Malerei | Gerhard Göschel Plastik | Moritz Götze Malerei | Cornelia Groß Objekte | Hermann Grüneberg Plastik | Donata Hillger Malerei | Ulrike Hogrebe Malerei | Mathias Hornung Holzschnitt - Skulptur | Michael Ilg Installation | Sabrina Jung Fotografie | Timm Kregel Plastik | Thomas Lemnitzer Fotografie | Gerhard Mantz Video | Lutz Müller Zeichnung | Nele Probst Skulptur - Installation |Sarah Pschorn Plastik | Wolfgang Rohloff Materialmontagen | Julia Rückert Plastik | Katrin Schmidbauer Skulptur | Marianne Stoll Skulptur - Zeichnung | Hartmut Sy Skulptur | Andreas Theurer Skulptur | Robert Tschöke Skulptur | Susanne Wehr Fotografie | Frauke Wilken Skulptur | Francis Zeischegg Skulptur - Installation «

Einladungsflyer LSK 2015

 

Beziehungsweisen


Ausstellung: 29.04.2015 - 06.06.2015, Di-Sa, 13-19 Uhr

Galerie Nord | Kunstverein Tiergarten
Turmstraße 75, 10551 Berlin

Im Rahmen einer retrospektiv angelegten Einzelausstellung zeigt der Kunstverein Tiergarten eine umfassende Auswahl von Gemälden und Zeichnungen des in Moabit lebenden Malers und Zeichners Gregor Cürten (*1947).

Die Arbeit des Künstlers artikuliert sich seit den frühen 1980er Jahren in dem sensiblen Grenzbereich zwischen figurativer Narration und bildanalytischem Konzept, in dessen Zentrum immer wieder die Darstellung der menschlichen Figur steht. Auf der Grundlage eines umfangreichen Archivs von Presse- und Medienbildern sowie persönlichen bzw. zufällig zusammen getragenen Fotografien entwickelt Cürten eindrückliche Bildmetaphern, die sich maßgeblich über die Repräsentation von sowohl bekannten als auch unbekannten Personen erschließen. Wie Repräsentanten verschiedener Zeiten und gesellschaftlicher Zustände stehen sich prominentes und weniger prominentes Personal gegenüber, mischen sich die Portraits distinguierter älterer Herren unter die unschuldigen Bildnisse junger Mädchen und Knaben, vermengen sich Persönlichkeiten der Zeitgeschichte mit solchen, die längst dem Vergessen anheim gefallen sind.

In dieser Gesellschaft der Gleichzeitigkeit tritt anstelle von Differenz die Analogie, erwächst aus dem scheinbar zufälligen Zusammenkommen verschiedener Akteure eine subjektive Ahnengalerie des 20. Jahrhunderts, die auf eindringliche Weise jene politischen, sozialen und kulturellen Jahrzehnte nachzeichnet, welche den Künstler zunächst in Köln und später in Berlin nachhaltig prägten.

Charakteristisch für Cürtens Zugriff auf das Bildmaterial sind seine Reduktion auf signifikante Bildausschnitte und die Fokussierung auf exemplarische Szenen, Physiognomien und Gesten. Diese stehen isoliert in einem weitgehend abstrahierten Raumgefüge und avancieren zu letzten Inseln einer erkennenden Gewissheit. Anhand dieser parallel eingesetzten Strategien des Sichtbarmachens und Ausblendens werden persönliche Wertungen und subjektive Auswahlkriterien des Künstlers im Zugriff auf den Pool historischer Bildvorlagen deutlich.

Cürtens Arbeiten destillieren das Bildgedächtnis ganzer Generationen jenseits der offiziellen Bilderwelt durch einen schonungslosen Blick auf die gleichermaßen beklemmende wie absurde Banalität alltäglicher Szenen, die immer wieder in ein konfrontatives Verhältnis zu herausragenden Persönlichkeiten und Ereignissen der Zeitgeschichte gesetzt werden. Daraus verwirklicht sich das Konzept einer subjektiven historischen Aneignung von Bildmaterial, mit dem der Künstler die selektiven Mechanismen im Prozess des kollektiven Gedenkens und Erinnerns anschaulich werden lässt.

Gerade um diese Mechanismen des menschlichen Gedächtnisses geht es dem Maler, wenn er sein subjektives Bildarsenal mit jener offiziellen Bildwelt der Geschichte abgleicht, wenn er Verwerfungen, Überblendungen und Korrekturen kritisch analysiert, um sie im Medium der Malerei subjektiv nachvollziehbar zu machen. Aus dieser gleichermaßen konservierenden wie offenlegenden Praxis entsteht das malerische Portrait einer Epoche, die mehr als andere einer umfassenden Bilderpolitik untersteht und deren subjektives Bildgedächtnis vielfach der omnipräsenten Bildwelt der Medien zum Opfer gefallen ist.

Kuratiert von Ralf F. Hartmann


Sonderveranstaltungen im Rahmen der Austellung:

  • Do, 7. Mai, 19.30 Uhr
    „Buch gegen das Verschwinden“
    Lesung von Ulrike Almut Sandig aus ihrem kürzlich erschienenen Erzählband
  • Do, 21. Mai, 18 Uhr
    Künstlerrundgang mit Gregor Cürten und Ralf F. Hartmann
  • Sa, 6. Juni, 18 Uhr
    Künstlerrundgang mit Gregor Cürten und Ralf F. Hartmann
    anschließend: Finissage

Zur Ausstellung ist im Verlag Schirmer/Mosel München die Publikation
„Gregor Cürten: Beziehungsweisen. Gemälde & Zeichnungen“
mit Texten von Ralf F. Hartmann, Kornelia Koepsell, Angelika Leik, Rosa von der Schulenburg, Gisela von Wysocki und Hans Zitko erschienen (siehe auch nachfolgend).


Über die Ausstellung berichtete Torsten Flüh am 04.05.2015 in seinem Blog:
NIGHT OUT @ BERLIN


Buchvorstellung am Freitag den 13.02.2015 um 20:30 Uhr

Z-Bar, Bergstraße 2, 10115 Berlin (Nähe Torstraße)

20:30 Uhr Begrüßung durch Gregor Cürten, im folgenden Verlauf lesen:

  • Andrea van Baal aus 'Hammer ohne Sichel' und andere Texte
  • Kornelia Koepsell: Gedichte aus 'Beziehungsweisen' und andere
  • Ulrike Almut Sandig: Gedichte und andere Texte

Büchertisch mit Publikationen der beteiligten AutorInnen von 20 bis 23 Uhr.

BEZIEHUNGSWEISEN

Deutsch/englische Ausgabe
 
Texte
Ralf F. Hartmann, Kornelia Koepsell, Angelika Leik, Rosa von der Schulenburg, Gisela von Wysocki und Hans Zitko
Abbildungen
102 Farbtafeln
Seiten
156
Format
17 x 22,5 cm
Bindung
Hardcover mit Fadenheftung
Termin
Februar 2015
ISBN
978-3-8296-0680-6 [deutsch|english]
Ladenpreis
€ 29,80

Schon der Titel irritiert - ein Wortspiel, schwankend zwischen Goethes Wahlverwandtschaften und jenem lakonischen Kürzel „bzw.“, das mal für 'je nachdem', mal für 'andererseits', bildungssprachlich (lt. Duden) auch 'respektive' stehen kann. Das Vexierspiel mit der Mehrdeutigkeit, den wechselnden Lesarten der Erinnerung ist Gegenstand der Gemälde und Zeichnungen des in Berlin lebenden Künstlers Gregor Cürten (geb. 1947). Bruchstücke einer vergangenen oder verlorenen Welt, die einmal „uns“ gehörte und deren Spuren sich manchmal aus alten Photos rekonstruieren lassen, sind - auch ganz konkret - Stoff und Thema seiner Bilder. Übertragen auf teils großformatige Leinwände oder festgehalten in kleinen sogenannten Tageszeichnungen, entwickeln diese Zufallsfunde, auf die Cürten in Familienalben, in Büchern, Zeitungen und Zeitschriften, auf umbrischen Dorffriedhöfen oder auch im Netz stößt, ein verfremdetes, oft verstörendes, oft anrührendes Eigenleben. Der vom Künstler selbst zusammengestellte und gestaltete Band ist zugleich Rückschau und Einblick in seine Erinnerungsarbeiten der letzten Jahre.

English Summary
The ambiguity of memory, fragments of lost worlds, traces reconstructed from old photographs are the subject of Berlin-based painter Gregor Cürten. English/German text